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Kein Schnabelkürzen bei Legehennen mehr :)

Huhu ihr Lieben,

jaja, ich weiß, bei so schönem Wetter sitzt man nicht so viel vor dem Computer… aber diesen Artikel solltet ihr euch trotzdem noch kurz durchlesen: Es gibt nämlich einen Erfolg zu feiern!

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Fast allen Legehennen werden schon als Küken die Schnabelspitzen, in denen Nerven verlaufen, abgetrennt, um zu verhindern, dass sich die Hennen später verletzen oder sogar töten. Diese schmerzhafte Prozedur zeigt das Prinzip der Massentierhaltung sehr deutlich: anstatt die Haltungsbedingungen den Tieren anzupassen, werden die Tiere den Haltungsbedingungen angepasst. Beim Schnabelkürzen werden nicht die Ursachen (Verhaltensstörungen auf Grund von zu viel Stress und schlechten Bedingungen), sondern nur die Symptome (Federpicken und Kanibalismus) bekämpft.

Aber schon bald könnte ich genau diesen Text noch einmal schreiben, dann jedoch in der Vergangenheit! Nachdem Niedersachsen als Vorreiter das Schnabelkürzen per Erlass zum Ende 2016 verboten hat, beschloss der KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung) nun, dass dieses Verbot für alle Betriebe gelten wird, die Eier an deutsche Supermarktketten verkaufen. Im Klartext: die Kampagne der Albert Schweitzer Stiftung war ein voller Erfolg, so dass ca. 38 Millionen deutschen und 30 Millionen ausländischen Legehennen bald keine Schnäbel mehr gekürzt werden.

Jetzt müssen natürlich auch die Haltungsbedingungen verbessert werden, damit die alten Probleme nicht gleich wieder aufkommen. Dass das wirklich umsetzbar ist, bewies 2010 schon Österreich. Obwohl dort keine Schnäbel mehr gekürzt werden, konnte das Federpicken und der Kanibalismus reduziert werden. Bessere Haltungsbedingungen bedeuten aber auch einen Preisanstieg; pro Ei mindestens 4ct mehr, die dann für Besserungen in der Aufzucht, der Beschäftigung, dem Futter etc. benutzt werden. Aber das ist es doch echt wert, oder?

Mich freut dieser Erfolg ja ganz besonders! Schließlich zeigt er doch super, dass es sich wirklich lohnt, sich für die Tiere einzusetzen!

glg,

Hanniballchen

 

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Die Biohennen – Legegemeinschaft

Heute habe ich wieder was ganz Tolles für euch :).

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Vor kurzem ging es in einem Artikel des Münchener Merkurs um den Küken-Mord, bei dem (wie aufmerksame Leser schon mitbekommen haben) alle Brüder der Legehennen getötet werden, weil sie zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Als beispiellose Lösung wurde  „Hahn-Henne-Ei“ vorgestellt, ein Projekt der Biohennen-Legegemeinschaft. Dabei werde nicht nur die Kükentötung mithilfe von Zweinutzungshühnern vermieden, sondern die Tiere würden auch auf einem Biohof, unabhängig von großen Brütereien, gehalten werden. Das sei der Weg, den Konsumenten mitgehen könnten. Ein Weg zur Achtung vor dem Tier!

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Ja, ich war gleich angefixt und musste mich sofort weiter über diese Biohennen informieren. Im Folgenden habe ich euch mal ein paar Fakten zusammengestellt:

  • grundsätzlich ist sie eine Gemeinschaft von momentan 34 überzeugten Biobauern, denen das Wohl ihrer Tiere im Einklang mit der Natur am Herzen liegt
  • das Ganze ist natürlich regional
  • Um die Hühner glücklich zu machen, werden sie besonders tiergerecht gehalten (z.B. viele Auslauföffnungen in Wintergarten und Grünland)
  • die Fütterung erfolgt mit 100% Biofutter
  • die Bauern werden fair entlohnt
  • und sie führen eben das vorbildliche hahn-henne-ei Projekt durch
  • Erhältlich sind die Eier im Edeka, im Tengelmann und in sowohl größeren als auch kleineren Bioläden. Dabei sind sie anhand mehrerer Qualitätssiegel und der „Die Biohennen“ Aufschrift leicht zu erkennen.
  • alles ganz nach der Überzeugung: Die Biohennen sind wir alle! Für das Wohl der Hühner, Bauern und Kunden

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Hier könnt ihr euch noch anschauen, wie es so bei den Biohennen zugeht (es gibt dort sogar einen Film, der das Ganze sehr schön zeigt): http://www.diebiohennen.de/de/home.html

Also, ich finde diese Gemeinschaft wirklich unterstützenswert! Eben ein Weg, den die Konsumenten mitgehen sollten :D.

glg,

Hanniballchen

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Der Millionentod der Eintagsküken

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Gestern habe ich im Fernsehen bei focus21 einen ergreifenden und sehr informativen Bericht über das Leben, bzw. eigentlich ja Nicht-Leben, von den Brüdern der Legehennen gesehen.

Wirtschaftlich gesehen sind die männlichen Küken für nichts zu gebrauchen, weder zum Eierlegen noch zur Mast. Die Rasse der Legehennen wurde nämlich so gezüchtet, dass sie so viele Eier wie möglich legt, dadurch aber kaum Fleisch ansetzt. Und was machst du mit etwas, was du nicht gebrauchen kannst? Ja, du wirfst es weg. Genau das passiert mit Millionen von Küken. Jeden Tag werden sie direkt nach der Geburt vergast. Der ursprüngliche Auslöser für dieses wahre Dahinschlachten von Tieren sind, wie eigentlich immer, die Lebensmittelpreise. In allen Läden muss es alles immer geben und zwar billiger als beim Nachbarladen. Durch den steten Preiskampf ist die ehemalige Landwirtschaft zu einer Hochleistungsindustrie geworden, die Lebewesen wurden zu Produkten.

Aber Tiere nur zur Welt zu bringen, um sie sofort wieder umzubringen, das ist wirklich etwas unglaubliches, was sich der Mensch da anmaßt. Das wurde kurz vor Ostern sogar in der Agrarminister-Konferenz eingesehen. Das Problem ist anerkannt worden, Forschungsprojekte werden durchgeführt und Alternativen gesucht. Bisher wurde das systematische Töten von der Politik immer noch geduldet, aber jetzt wird langsam deutlich, dass zu wenig Tierschutz Wähler fernhält. Zusätzlich wurde der öffentliche Druck immer größer, sodass plötzlich alle gegen die Kükentötung sind.

Als Lösungen werden momentan diese drei Alternativen gesehen:

  • Die Gockelaufzucht: hier werden die Brüder der Legehennen ebenfalls großgezogen. Deren dunkles Fleisch mit den dicken Schenkeln ist für Verbraucher noch ziemlich ungewohnt, was aber ja nicht heißen muss, dass es schlecht ist. Bei der Aufzucht von Hähnen muss aber natürlich viel Zeit und Geld investiert werden, das Projekt würde akso nur funktionieren, wenn jede Legehenne ihren Bruder sponsert. So würde ein Zuschlag von etwa drei oder vier Cent pro Ei entstehen.
  • Das Zweinutzhuhn: es wird eine Hühnerrasse gesucht, die sowohl viele Eier legt als auch reichlich Fleisch ansetzt. Dabei könnten alle Küken verwendet werden, egal ob Männchen oder Weibchen. Das Ganze ist ja eigentlich eine Rückbesinnung zu Großmutters Hühner; schließlich wurden früher die Vögel auch erst für Eier gehalten und anschließend geschlachtet. Die Eier der Zweinutzhenne würden dann etwa zwei Cent, das Fleisch ca. 35% mehr kosten.
  • Die Geschlechtsfrüherkennung: hierbei möchte man sich zu Nutzen machen, dass man bereits nach zehn Tagen bestimmen kann, ob aus dem Ei ein männliches oder weibliches Küken schlüpfen wird. So könnte man die Hähne töten, bevor sie zur Welt kommen. Aber auch bei dieser Methode würden selbstverständlich zusätzliche Kosten anfallen.

Letztendlich liegt es an uns: sind wir bereit für eine Schachtel Eier 1,30€ statt 0,99€ zu zahlen? Für mich ist das eigentlich gar keine Frage, aber wir bekommen sicherlich genug Bedenkzeit. Frühestens in ein paar Jahren wird überhaupt irgendeine Änderung vorgenommen werden, wenn die Küken bis dahin nicht längst schon wieder in Vergessenheit geraten sind…

Also, schaut euch auf jeden Fall dieses Video des Fernsehberichts an: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2139818/Der-Millionentod-der-Eintagskueken#/beitrag/video/2139818/Der-Millionentod-der-Eintagskueken

In dieser Welt wurde eindeutig schon viel zu viel weggeschaut und verdrängt, jetzt sollten wir endlich mal handeln… Ich würde mich über eure Gedanken zum Video oder der Kükentötung allgemein freuen. Ich war da nämlich erstmal ziemlich geschockt… Auf jeden Fall berichte ich hier, falls irgendwas für die Mini-Hähne unternommen wird.

glg,

Hanniballchen