Tauschen statt kaufen

zu-gut-für-die-Tonne

Tauschen statt kaufen – das ist doch mal wieder ein typischer „Back to the roots“-Trend, oder? Schließlich haben die Leute früher (also ich meine so lang früher, dass Geld noch keine Rolle spielte) auch schon getauscht. Mein Schwein, gegen deine Kuh. Okay, Tiere werden heutzutage doch eher selten getauscht, dafür aber praktisch alles andere. Das Blümchenkleid von letzter Saison, die Kaffeemaschine, die man doch eigentlich gar nicht wollte, eine Creme, mit der man überhaupt nicht klar kommt, sein altes Handy oder die Getränke von der gestrigen Party – es hat sicher jeder etwas, was er nicht mehr gebrauchen kann. Anstatt es aber wegzuschmeißen und sich dafür etwas neues zu kaufen, wird jetzt getauscht. Es findet sich bestimmt jemand, der das Blümchenkleid wunderschön findet oder schon immer eine Kaffeemaschine haben wollte.

Grundsätzlich ist Kaufen ja auch nichts anderes als Tauschen. Mein Geld gegen deine Ware. Der Unterschied besteht meist aber darin, dass beim Kaufen hinter dem „Tauschpartner“ keine Person, sondern eine Firma steht. Eine Firma, bei der das Tauschobjekt in Massen hergestellt wird. Eine Firma, die immer auf Profit aus ist. Eine Firma, die sich keine Gedanken darüber macht, was Geldgier für Folgen hat. Das Tauschen kann also durchaus als Bewegung gegen den ständigen Wachstum, gegen die Industrie gesehen werden.

Aber Tauschen ist ja nicht nur ein Ersatz zum Kaufen, sondern auch zum Wegwerfen. Landet das Blümchenkleid in der Tonne, so ist es ein Teil riesiger Müllberge und braucht Jahrzehnte, um zu verschwinden. Kinder in Afrika haben sich dann also dafür die Finger wund gearbeitet, dass es anschließend irgendwo im Müll landet… Dabei hätte es sicher jemanden gegeben, der dieses Kleid noch total gerne getragen hätte. Ein anderes Beispiel: ein Erdbeer-Joghurt stößt leider im Supermarkt auf keinerlei Interesse, sodass er abläuft, bevor er gekauft wird. Landet er im Müll, so stand die Kuh ihr ganzes Leben lang auf demselben Stück Gitterboden, nur damit… ja, für was eigentlich? – im Grunde… für nichts. Obwohl es sicher viele Menschen auf dieser Welt gibt, die diesen Joghurt nur zu gerne essen würden. Das Tauschen ist also auch eindeutig ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft, gegen den Ist-mir-doch-egal-Lebensstil.

Wie vorhin schon erwähnt, ist das Tauschen keine neue Erfindung, und doch boomt es genau jetzt wie nie zuvor. Denn heute gibt es ein ganz wichtiges Hilfsmittel: das Internet. Tauschbörsen findet man dort überall, ob in Foren oder als eigene Plattform, Angebote gibt es hier viele, Interessenten ebenso. So lernt man beim Tauschen noch ganz nebenbei neue Leute kennen. Denn kennen tut man sich vorher eigentlich nicht; das einzige, womit mal also zahlt, ist Vertrauen. Eine andere Möglichkeit des Tauschens sind sogenannte Tauschpartys mit dem ganz einfachen Prinzip, das einfach jeder etwas mitbringt und sich dafür auch jeder etwas mitnehmen darf.

Wer also umweltbewusst, nachhaltig und ressourcenschonend leben möchte, ohne auf alles zu verzichten, sollte sich mal seine Gedanken über das Tauschen machen. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil, den das Tauschen mit sich bringt: es macht glücklich. Es macht glücklich zu wissen, dass mein altes Blümchenkleid jemand anderem eine Freude macht. Es macht glücklich ein Produkt zu erhalten, ohne dafür zu bezahlen. Also für mich gehört Tauschen, statt Wegwerfen und Kaufen eindeutig zum Gutes tun! Wie seht ihr das?

glg,

Hanniballchen

 

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4 Gedanken zu “Tauschen statt kaufen

  1. Für mich auch – und selbst, wenn auf die schnelle niemand mein altes, aber noch hübsches Nachtschränkchen, das ich schon mal vor dem Sperrmüll gerettet hatte, haben möchte, gibt es mir ein besseres Gefühl es im Gebrauchtwarenladen abzugeben als es wegzuschmeissen…
    LG Marlene

    • Huhu Marlene,
      vielen Dank für deinen Kommentar :). Da hast du wirklich recht und ich glaube das bessere Gefühl ist auch durchaus berechtigt. Wir müllen uns sowieso total zu, da sollte man solche Alternativen, wie einen Gebrauchtwarenladen, auf jeden Fall wahrnehmen. Und vielleicht macht dein Nachtkästchen ja auch noch jemanden richtig glüclich 😀
      glg,
      Hanniballchen

  2. Hat dies auf hast du noch oder bist du schon…? rebloggt und kommentierte:
    Rotkäppchen sieht das genauso wie Hanniballchen – danke für den Input 👍
    Tauschen statt kaufen hat ausserdem noch den schönen Nebeneffekt, dass ich zu Sachen komme, die nicht an jeder Kleiderstange hängen. Individuell eben, ohne Ressourcen zu verschwenden!
    FRAGE: Wer würde in der Schweiz im Raum Bern mithelfen, eine Kleidertauschbörse einzurichten? (Wie macht man hier überhaupt ne Umfrage? Bin noch nicht lange dabei… Danke für alle Tipps und Antworten!)

    • Oh, vielen Dank fürs Rebloggen, liebes Rotkäppchen 🙂 ! Stimmt, diesen Aspekt habe ich ganz vergessen. Ich finde es auch immer toll, wenn jemand sein Selbstgemachtes anbietet. Schließlich steht dann eine ganz normale Person hinter eben nicht ganz normalen (normal, im Sinne von „man bekommt es überall hundertfach“) Produkten.
      glg,
      Hanniballchen

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