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Alles öko, oder was?

IF

Wie bereits im ersten Post vorgenommen, möchte ich in diesem Blog auch versuchen, mal etwas Licht ins Dunkel der Bio-Branche zu bringen. Immer wieder werden wir vor die Wahl gestellt: das billige Massenprodukt, um den Geldbeutel zu schonen oder das grüne Bioprodukt, um das Gewissen zu beruhigen.

„Nimm doch das Bioprodukt“, fordert das Engelchen auf deiner Schulter, „da sind die Tiere glücklich, die Umwelt sauber, die Produkte mit Liebe gemacht und es tut einfach Gutes :).“ – Aber tun sie das wirklich, sind Bio-Siegel wirklich das, was wir von ihnen erwarten? Diese Frage kann nicht so pauschal beantwortet werden, schließlich gibt es nicht nur ein Bio-Siegel, sondern ziemlich viele. Folglich auch ziemlich viele Antworten auf diese Frage.

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Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass man Bio auf keinen Fall mit „perfekt“ gleichsetzen darf! Bio-Lebensmittel sind, genau wie ihre konventionellen Kollegen, ein Massenprodukt mit demgleichen Preisdruck. Normgerechte Ware ohne Schönheitsfehler, große Mengen, alles zu jeder Jahreszeit – dem kann nur eine industriell organisierte Landwirtschaft gerecht werden. Zusätzlich steht es oft auch um die Kontrollen mehr schlecht als recht – schwarze Schafe sind also durchaus möglich. Aber auch wenn es immer wieder Skandale mit Bio-Produkten gibt, sollte man das ganze auf keinen Fall total verteufeln. Ganz sicher ist Bio nämlich ein sehr guter Ansatz und der Verbraucher hat durchaus die Chance schön weiße Schafe herauszusuchen. Vor allem die beiden Verbände „Demeter“ und „Bioland“ sind für ihre strengen Richtlinien bekannt.

Aber was würde unser Engelchen raten? – „Gehirn einschalten! Im Winter können bei uns keine Erdbeeren ressourcenschonend produziert werden und ein Transport über die halbe Welt ist sicher nicht umweltbewusst! Am besten, mein liebes Kind, du gehst direkt zu deinem Biobauern, überzeugst dich selbst von der Qualität seines Hofes und unterstützt so ganz sicher das, was du unterstützen möchtest. Und was du nie vergessen darfst: Qualität hat seinen Preis! Echte Qualität muss seinen Preis haben – das muss endlich anerkannt werden!“

Und für alle, die es genau wissen wollen: am 3.6. kommt auf Arte der Film „Die Bio-Illusion“. Der Artikel darüber in der Fernsehzeitschrift hat mir den Stups gegeben, diesen Post zu schreiben – der hinterfragt die ganze Bio-Geschichte nämlich schon ziemlich gut (was erwartet uns dann wohl erst beim Film ;)). Ich werde mir diese Dokumentation also auf jeden Fall anschauen und euch anschließend darüber berichten.

IF

Was denkt ihr denn über Bio – oder doch nicht Bio?

glg,

Hanniballchen

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Shampoo Bars – einfach gut!

Huhu,

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wie schon im letzten Post (https://gutestuntogo.wordpress.com/2014/05/16/selber-machen-ein-ganz-besonders-toller-bereich-beim-gutes-tun-d/) angekündigt, kommt gleich heute mein erstes Selbermach-Rezept :).

Warum das Selbermachen für mich zum Gutes tun gehört, habe ich euch ja bereits erzählt, auf das folgende Rezept bin ich aber eigentlich durch meine Haare gestoßen. Eines Tages kam ich nämlich auf die abwegige Idee, mir mal die Inhaltsstoffe meines Shampoos durchzulesen… tja, seitdem bin ich auf der Suche nach einer guten Alternative. Und so landete ich nach einigen gescheiterten Versuchen mit Haarseife und Bio-Shampoo schließlich bei den sogenannten Shampoobars.

Mit wenigen Zutaten selbstgemacht, wie Shampoo und Conditioner in einem, viele Variationsmöglichkeiten, supereinfache Herstellung – das musste sofort ausprobiert werden! Generell werden diese Rohstoffe verarbeitet:

  • SLSA: ein für Naturkosmetik zugelassenes Tensid; praktisch der „milde Bruder“ des SLS (SLS wird oft kostengünstig in konventionellen Kosmetikprodukten verarbeitet); für die Reinigungswirkung unseres Shampoos zuständig
  • Öle/Buttern: hier kann man einfach das nehmen, was die eigenen Haare am liebsten mögen 🙂
  • Maisstärke: kein Muss, aber sehr sinnvoll, um eine gute Pflegewirkung und trotzdem einen festen Bar zu ermöglichen
  • wer möchte: Wirkstoffe und was zum Beduften

Und so wirds gemacht:

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  1. SLSA mit den Ölen und Wirkstoffen in einem Schüsselchen vermischen
  2. Soviel Maisstärke dazugeben, bis aus dem Gepansche ein schöner Teig geworden ist
  3. das Ganze in einer Form (am besten aus weichem Silikon) trocken lassen; dabei kann man sich auch mit dem Backofen behelfen
  4. mit dem Bar über das nasse Haar streichen und gut aufschäumen
  5. deine weiche, glänzende Mähne genießen 😀

Im Internet findet man als Grundrezept oft 50gr SLSA und 15gr Öle, nachdem ich aber gelesen hatte, dass das die Haare sehr stark austrocknet und viele sogar mit einem größeren Anteil Öl als Tensid noch eine gute Reinigungswirkung hatten, sah mein Rezept folgendermaßen aus:

  • 10gr SLSA
  • 7gr Öle (5gr Brokkolisamenöl, 2gr Sheabutter)
  • als Wirkstoffe: eine Msp. Haarguar, gehackte Brennessel- und Birkenblätter
  • Maisstärke

Ihr seht: bei der Menge der Zutaten gibt es große Unterschiede. Das ist im Grunde also jedem frei überlassen.

Meine Erfahrungen:

ich muss sagen, ich bin schlichtweg begeistert! Nie hätte ich gedacht, dass so ein simpler selbstgemachter Shampoobar die perfekte Mischung aus Reinigung und Pflege hinbekommt. Aber ich hab meinen Shampoobar jetzt zweimal angewendet und meine Haarlis sind schön weich, ohne Frizz und mit gut gereinigten Ansatz. Das ist bisher eindeutig das beste Mittelchen, das ich je für meine sonst recht störrischen Haare gefunden habe!! 🙂

Und so sieht das Ganze dann aus:

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glg,

Hanniballchen

 

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Selber machen – ein ganz besonders toller Bereich beim Gutes tun :D

So, heute möchte ich euch mal etwas vorstellen, was meiner Ansicht nach auch sehr zum Gutes tun gehört: das Selbermachen! Apfelessig, jegliche Kosmetik, Putzmittel, Zahnpasta… – von Großmütterchens Hausmittel bis zu den neuesten Geheimtipps; selber machen kann man fast alles :). Bevor dann aber Rezepte, Anregungen und Erfahrungen folgen, möchte ich euch heute erst mal erzählen, was das Selbermachen denn so für Vorteile mit sich bringt:

  • die verwendeten Rohstoffe können selbst bestimmt werden! Deine Cremes sind genau auf die Vorlieben deiner Haut abgestimmt; dein Putzmittel bekommt das Bad ganz ohne schädliche Chemikalien sauber und für den Anfang kann man so auch erst mal mit nur wenigen Rohstoffen beginnen.
  • Man unterstützt nichts, was man nicht unterstützen will! Tierversuche, Umweltverschmutzung, Gentechnik, Ausbeutung von Arbeitern – man möchte gar nicht wissen, was so alles hinter einer ganz normalen Creme steht…
  • Man lernt Inhaltsstoffe kennen! Das können mir wohl alle Selbstrührer bestätigen: sobald man sich mal ein bisschen mit den Selbermachen beschäftigt hat und dann einen Blick auf die Inhaltsstoffe einer seiner Cremes wirft, ist man erstes von der Länge und zweitens vom Inhalt der Liste entsetzt. Wenn man sich etwas selber machen möchte, beginnt man einfach sich mal ein bisschen mit Produkten und was so darin und dahinter steht auseinanderzusetzen – was sicher nicht der schlechteste Weg ist 😉
  • Es macht Spaß! Dieser Punkt darf definitiv nicht vernachlässigt werden. Schließlich nutzt es gar nichts, wenn die Creme nur der Umwelt, den Tieren und armen Menschen Gutes tut, sie muss doch vor allem dich glücklich machen. Und das tut sie auch: es ist toll, verschiedenste duftende Rohstoffe zu einer geschmeidigen Masse zu kneten und es macht glücklich, die Creme das erste mal aufzutragen und zu spüren, dass sie Kaufprodukten in nichts nachsteht.

Das waren also die wichtigsten Punkte, die ich im Selbermachen sehe. Wenn euch aber noch etwas anderes einfällt, dann gerne her damit :D.

glg,

Hanniballchen

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Tierfreundliche Geschenke, die Gutes tun

So, heute mal ein Beitrag für alle, die vergessen haben, dass morgen Muttertag ist ;). Und natürlich auch für alle, die gerne mal etwas verschenken möchten, das nicht nur den Beschenkten, sondern auch die Tiere glücklich macht. Hier kommt es also: das ultimative Gutes-tu-Geschenk:

helpcard

die Help-Card. Das Prinzip ist ganz einfach: eine unterstützenswerte Organisation deiner Wahl erhält eine Spende und der Beschenkte bekommt eine selbst gestalte Help-Card und das Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Hier kann man dieses Geschenk bestellen: http://de.helpcard.org/

Was ich aber fast noch ein netteres Gutes-tu-Geschenk finde:

patenschaftsurkunde

eine Tierpatenschaft. Hier suchst du dir eins der vielen netten Tiere aus und verschenkst es als Patenkind. Der Beschenkte erhält dann meist ein Foto, sowie einige Infos über sein Patentier und kann es teilweise sogar besuchen. Tiere, die einen Paten suchen, findet man bei den meisten Tierschutzorganisationen, Gnadenhöfen… (einfach mal ein bisschen umgucken). Mit dieser Form des Gutes-tu-Geschenks hab ich sogar schon selbst Erfahrung gemacht. Letztes Weihnachten wurde ich nämlich zur Patin der rüstigen Bio-Kuh Scheggi :D. Und ich kann euch sagen: man freut sich wirklich über so ein Geschenk!

glg,

Hanniballchen

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Tauschen statt kaufen

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Tauschen statt kaufen – das ist doch mal wieder ein typischer „Back to the roots“-Trend, oder? Schließlich haben die Leute früher (also ich meine so lang früher, dass Geld noch keine Rolle spielte) auch schon getauscht. Mein Schwein, gegen deine Kuh. Okay, Tiere werden heutzutage doch eher selten getauscht, dafür aber praktisch alles andere. Das Blümchenkleid von letzter Saison, die Kaffeemaschine, die man doch eigentlich gar nicht wollte, eine Creme, mit der man überhaupt nicht klar kommt, sein altes Handy oder die Getränke von der gestrigen Party – es hat sicher jeder etwas, was er nicht mehr gebrauchen kann. Anstatt es aber wegzuschmeißen und sich dafür etwas neues zu kaufen, wird jetzt getauscht. Es findet sich bestimmt jemand, der das Blümchenkleid wunderschön findet oder schon immer eine Kaffeemaschine haben wollte.

Grundsätzlich ist Kaufen ja auch nichts anderes als Tauschen. Mein Geld gegen deine Ware. Der Unterschied besteht meist aber darin, dass beim Kaufen hinter dem „Tauschpartner“ keine Person, sondern eine Firma steht. Eine Firma, bei der das Tauschobjekt in Massen hergestellt wird. Eine Firma, die immer auf Profit aus ist. Eine Firma, die sich keine Gedanken darüber macht, was Geldgier für Folgen hat. Das Tauschen kann also durchaus als Bewegung gegen den ständigen Wachstum, gegen die Industrie gesehen werden.

Aber Tauschen ist ja nicht nur ein Ersatz zum Kaufen, sondern auch zum Wegwerfen. Landet das Blümchenkleid in der Tonne, so ist es ein Teil riesiger Müllberge und braucht Jahrzehnte, um zu verschwinden. Kinder in Afrika haben sich dann also dafür die Finger wund gearbeitet, dass es anschließend irgendwo im Müll landet… Dabei hätte es sicher jemanden gegeben, der dieses Kleid noch total gerne getragen hätte. Ein anderes Beispiel: ein Erdbeer-Joghurt stößt leider im Supermarkt auf keinerlei Interesse, sodass er abläuft, bevor er gekauft wird. Landet er im Müll, so stand die Kuh ihr ganzes Leben lang auf demselben Stück Gitterboden, nur damit… ja, für was eigentlich? – im Grunde… für nichts. Obwohl es sicher viele Menschen auf dieser Welt gibt, die diesen Joghurt nur zu gerne essen würden. Das Tauschen ist also auch eindeutig ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft, gegen den Ist-mir-doch-egal-Lebensstil.

Wie vorhin schon erwähnt, ist das Tauschen keine neue Erfindung, und doch boomt es genau jetzt wie nie zuvor. Denn heute gibt es ein ganz wichtiges Hilfsmittel: das Internet. Tauschbörsen findet man dort überall, ob in Foren oder als eigene Plattform, Angebote gibt es hier viele, Interessenten ebenso. So lernt man beim Tauschen noch ganz nebenbei neue Leute kennen. Denn kennen tut man sich vorher eigentlich nicht; das einzige, womit mal also zahlt, ist Vertrauen. Eine andere Möglichkeit des Tauschens sind sogenannte Tauschpartys mit dem ganz einfachen Prinzip, das einfach jeder etwas mitbringt und sich dafür auch jeder etwas mitnehmen darf.

Wer also umweltbewusst, nachhaltig und ressourcenschonend leben möchte, ohne auf alles zu verzichten, sollte sich mal seine Gedanken über das Tauschen machen. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil, den das Tauschen mit sich bringt: es macht glücklich. Es macht glücklich zu wissen, dass mein altes Blümchenkleid jemand anderem eine Freude macht. Es macht glücklich ein Produkt zu erhalten, ohne dafür zu bezahlen. Also für mich gehört Tauschen, statt Wegwerfen und Kaufen eindeutig zum Gutes tun! Wie seht ihr das?

glg,

Hanniballchen